Auszug aus dem Wirtschaftsblatt vom 23.07.2005
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"Baustoffhändler Quester verkauft sein Firmenreich

Österreichs grösster Baustoffhändler Quester wird irisch. Clanchef Peter Quester verkauft an den CRH- Konzern. Geschätzer Preis: Ein zweistelliger Millionen-Euro-Betrag.

Wien. Jetzt ist fix, was das WirtschaftsBlatt bereits gestern berichtete: Österreichs grösste Baustoffhändler Quester wird irisch. Wie Quester-Gründer Peter Quester nun offiziell bestätigt, übernimmt der in London, Dublin und New York börsenotierte Baustoffriese CRH, der zu den weltweit grössten Baustoffkonzernen gehört, die Quester Baustoffhandels GesmbH mit sämtlichen 31 über Österreich verteilten Standorten und 770 Mitarbeitern. Die kartellrechtliche Genehmigung des Deals steht noch aus.

Der Verkaufpreis wird nicht genannt. Experten schätzen ihn auf einen zweistelligen Millionen Euro-Betrag. Der Familienbetrieb Quester erwirtschaftete 2004 einen Umsatz von 250 Millionen Euro. Die letzten Jahre hatte das Unternehmen Verluste geschrieben. 2003 waren es 2,75 Millionen Euro. "2004 hatten wir keine Verluste. Das Konzernergebnis betrug Ende 2004 rund 2,9 Millionen Euro", betont Quester. Er zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück, will jedoch dem Unternehmen als Berater zur Verfügung stehen.

Der derzeitige Geschäftsführer Stefan Marolt bleibt im Unternehmen und soll auch künftig die Österreich-Geschäfte leiten.

Ostexpansion geplant
Zusätzlich soll Marolt für CRH das Ostgeschäft aufrollen. Geplant ist der Markteintritt in der Slowakei, Tschechien, Slowenien und Ungarn, sagt Marolt. In diesen Ländern ist CRH noch nicht tätig. Auch in Österreich und Deutschland war CRH bisher noch nicht aktiv.

Branche ist erfreut

Die österreichische Baustoff-Branche streut dem neuen Marktplayer jedenfalls Rosen:
Otto Ordelt, Österreich- Chef des internationalen Gipserzeugers Knauf beurteilt den Deal positiv: "Knauf hat mit der CRH-Gruppe seit Jahren in der Schweiz und innerhalb der EU zusammen gearbeitet. Dabei konnte ich beobachten, dass diese Gesellschaft auf lokale Gegebenheiten Rücksicht nimmt und nichts übers Knie bricht". Helmut-Dieter Kus, der langjährige Chef der Einkaufskooperation Hagebau, der diese Tage in die Chefetage des Möbelkonzerns Kika/Leiner wechselt, zollt ebenfalls Vorschusslorbeeren: "Die Hagebau hat mit der zur CRH-Gruppe gehörenden Gipsfirma Gefinex gut zusammengearbeitet. CRH ist ein fairer Mitbewerber, der den zuletzt durch agressive Preiskämpfe gezeichneten Markt sogar beruhigen wird.

Irina Frühmann"

Quelle: Wirtschaftsblatt, 23.07.2005, www.wirtschaftsblatt.at